Skurrile Medienberichterstattung - Liberale-Maenner

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Skurrile Medienberichterstattung - eine Richtigstellung

Wir, die Liberalen Männer, bemühen uns unsere berechtigten Anliegen, das heißt die Anliegen von benachteiligten Jungen, Vätern und Männern, transparent und sachlich vorzutragen. Dabei möchten wir nicht aufdringlich sein, aber doch eine klare und offene Diskussion auf Basis eines freiheitlich-demokratischen Grundverständnisses führen, informieren und konstruktive politische Lösungsansätze anregen und unterstützen. Da wir ein Verein mit relativ wenig Ressourcen sind und auch sehr vielseitige Interessen, Mitglieder und Sympathisanten vereinen, mag uns das nicht immer im gewünschten Maße gelingen. Dafür bitten wir um Nachsicht. Natürlich gibt es auch berechtigte Einwände aus anderer Sicht. Wir stellen uns einer sachlichen Debatte. Allerdings wird unser Bemühen leider oft auch durch Diffamierungskampagnen behindert. Manche dieser Kampagnen sind sehr skurril. Im Interesse der vielen Männer und Frauen, die uns direkt oder indirekt unterstützen, und im Interesse einer sachlichen Diskussion des Themas Geschlechtergerechtigkeit und im Interesse der Aufklärung möchten wir hier einige dieser skurrilen Beispiele aufzeigen.

Vor kurzem hat Herr Tobias Ginsburg ein Buch mit dem Titel "Die letzten Männer des Westens: Antifeministen, rechte Männerbünde und die Krieger des Patriarchats" (erschienen 2021 im Hamburger Rowohlt Polaris Verlag) veröffentlicht. Leider werden darin die Liberalen Männer und unsere männlichen und weiblichen Mitglieder und Unterstützer diffamierend dargestellt. Es werden in dem Buch Zusammenhänge dargestellt oder suggeriert, die nicht existieren. Zumindest im ersten Teil des ersten Kapitels (andere Teile können wir nicht beurteilen) treffen viele der Beschreibungen nicht zu. Sie sind falsch, suggestiv, tendenziös, irreführend oder beleidigend. Herr Ginsburg betont und übertreibt darin Nebensächlichkeiten als wären sie zentral. Der Autor zitiert (teilweise falsch und aus dem Kontext genommen) vertrauliche Privatgespräche und stellt diese als allgemeine Aussagen dar. Der Autor stellt unsere Positionen einseitig und falsch dar und ignoriert unsere berechtigten zentralen Anliegen. Es ist nicht nachvollziehbar warum Herr Günter Wallraff dieses Buch trotz der unzähligen Fehler und Beleidigungen mit einem Vorwort würdigt. Schließlich lässt sich der erste Teil des Buches mit den eigenen beleidigenden Worten von Herrn Ginsburg einfach zusammenfassen mit: "[D]as fiese Schwein und [...] die arme Sau [...] fressen [...] Würste" (siehe S. 58, Zeile 34, S. 70, Z. 34, S. 33, Z. 6).

Das Buch ist beim Rowohlt Polaris Verlag als "Sachbuch" gelistet. Aber sachlich ist darin leider wenig. Es ist wohl eher eine Fiktion, keine "Science Fiction", sondern eine Ginsburg-Fiktion. Wie bei jeder Fiktion gibt es auch ein paar Teile, die real sind. Richtig ist zum Beispiel, dass Herr Ginsburg im Jahr 2019 unter falschem Namen (alias Anton Schneider) und der falschen Angabe, dass er an der Berliner Humboldt-Universität im Fach Politikwissenschaften promovieren würde, als Gast an einer internen Veranstaltung der Liberalen Männer teilweise teilgenommen hat. Dort wurden die Probleme von Jungen, Vätern und Männern in verschiedenen Gesellschaftsbereichen (z.B. Vater-Kind-Entfremdung, Bildung, Gewaltschutz, etc.) sachlich und offen diskutiert. Das Rahmenprogramm bestand aus einem Grillabend und einer Unternehmensbesichtigung (geführt von einer Frau). Was Herr Ginsburg daraus machte ist Fiktion: Aus einem internationalen Gäste- und Tagungshaus (zentrumsnah in Jena, Einzelzimmer mit privatem Bad, Seminarräume mit modernen und bequemen Büromöbeln im ersten Stock, zwei großen Fenstern zum Lüften, Kaffee und Wasser zur Verpflegung) wird bei Tobias Ginsburg eine "traurige Jenaer Jugendherberge" (S. 59, Z. 18) mit "Mehrbettzimmern" (S. 34, Z. 4) und "muffigen Seminarräumen" (S. 34, Z. 5) im "zweiten Stock" (S. 45, Z. 11), mit "Stapelstühle[n]" (S. 45, Z. 19) und "Früchtetee" (S. 34, Z. 5), das ihn an sein "Klassenzimmer" (S. 45, Z. 12) erinnert. Ob Herr Ginsburg eine Eliteschule mit sehr gut ausgestatteten Klassenzimmern besucht hat, können wir nicht beurteilen, aber die restliche Beschreibung der Räumlichkeiten ist bestenfalls subjektiv, aber eigentlich falsch. Manche Stellen des Buches bedienen einfache Stereotype wie dass alle Mitglieder der Liberalen Männer "Gut- und Sehr-gut- und Noch-besser-Verdiener" (S. 33, Z. 21) sind. Man könnte ihm zu Gute halten, dass er dies aufgrund mangelhafter Recherchen nicht beurteilen kann. Hätte er einmal nachgefragt, dann wüsste er, dass unsere Mitglieder und Fördermitglieder ein breites Spektrum von Einkommensschichten repräsentieren (inklusive Sozialhilfeempfänger). Vielleicht liegt es an den spärlichen Notizen, die laut seinen eigenen Angaben aus einzelnen Wörtern bestanden wie "Bratwurstfett! Bratwurstfett!" (S. 70, Z. 27), dass so vieles in dem Buch falsch oder bestenfalls teilweise richtig ist. Nicht einmal die Teilnehmerzahl wird mit "acht Herren [...] und ich" (S. 33, Z. 17f) korrekt berichtet. Eine feministische Demonstration in Nürnberg mit höchstens zehn Teilnehmern wird bei Herrn Ginsburg zu einem "skrupellose[n] Schläger*innentrupp" von "zwanzig oder dreißig" Mitgliedern der "Anarcho-Nazi-Antifa" (S. 71, Z. 17f; Z. 27). Auch andere Zahlen werden durcheinandergebracht. Zum Beispiel wird fälschlich berichtet, dass nur "eine" (S. 45, Z. 15) Präsentation mit Folien ("PowerPoint") gehalten wurde. Richtig ist, dass es sechs Vorträge gab, davon waren drei mit Folien und die anderen Besprechungen von Büchern und Artikeln. Unter den wenigen inhaltlichen Aussagen befinden sich Fehler wie dass bei "18 Prozent aller Fälle häuslicher Gewalt Männer die Opfer" (S. 36, Z. 23f) sind. Dabei sind laut Statistiken des Bundeskriminalamts etwa 20 Prozent der Opfer partnerschaftlicher Gewalt Männer - bei familiärer/häuslicher Gewalt sind es etwa 40 Prozent. Aus einer Statistik, wonach 59,6% der Studenten an einer deutschen Universität Frauen sind, wird fälschlich berichtet, dass "87 Prozent aller Lehrstühle" (S. 45, Z. 28f) von Männern geführt werden. Die Zahl 87 wurde nie berichtet (weder direkt noch indirekt) und ist falsch. Der amerikanische Dokumentarfilm von Cassie Jaye mit dem Titel "The Red Pill" wird zu einem "Porno" (S. 53, Z. 19; S. 54, Z. 31, Z. 33). Richtig ist, dass dieser Dokumentarfilm im Stile von Michael Moore keinerlei pornographischen Szenen beinhaltet. Dies um nur einige Falschdarstellungen beispielhaft zu illustrieren. Außerdem werden Themen und Gruppen zusammen berichtet, die nicht zusammen gehören oder die Ereignisse in einer scheinbar beliebigen zeitlichen Reihenfolge dargestellt.

Inhaltlich bietet das Buch sehr wenig. Dafür aber eine Vielzahl von Beleidigungen und Diffamierungen: "das wütende Geschimpfe und verschwörerische Geraune" (S. 34, Z. 11), "tobenden Krieg" (S. 34, Z. 17), "Ausmaß der Kläglichkeit" (S. 34, Z. 31), "Stammtischparole ausgekotzt" (S. 37, Z. 20f), "schicksallose Geschimpfe" (S. 38, Z. 10), "Verfolgungswahn [...] neurotischen Kurzschluss [...] der seine Frau und Kinder prügelt" (S. 41, Z. 10ff), "Hass" (S. 41, Z. 17), "lächerlich" (S. 43, Z. 28), "unaussprechliche Kläglichkeit" (S. 57, Z. 4), "das fiese Schwein und [...] die arme Sau" (S. 58, Z. 34), "hyperaggressiven Sexismus" (S. 59, Z. 24), "Wahnsinns" (S. 70, Z. 1), "fressen" (S. 70, Z. 34), "sackdoofe Inversion" (S. 71, Z. 34), "kaputte Kerle" (S. 72, Z. 17), "bemitleidenswerte Typen" (S. 73, Z. 1), "die Dummen und die Kranken" (S. 77, Z. 2), ... . Eigentlich beleidigt Herr Ginsburg in seinem Buch fast alles und jeden, dem er begegnet ist. Darunter auch viele Männer und Frauen, Gruppen, Institutionen, Unternehmen oder Hotel- und Gastronomiebetriebe, die gar keinen besonderen Bezug zu uns haben. Die Deutsche Bahn hat den Zug "einfach liegen" (S. 45, Z. 2) lassen, der Technologiestandort Jena ist in der "thüringischen Pampa" (S. 45, Z. 3), "H&M" verkauft einen "warenförmigen Feminismus" (S. 46, Z. 11), ein mittelständisches Unternehmen produziert keine Hochtechnologie sondern ein "alles verschlingende[s] Nichts" (S. 60, Z. 24), die weiblichen und männlichen Servicekräfte von Gastronomiebetrieben sind nicht höflich, aufmerksam und respektvoll sondern "verdutzt" (S. 70, Z. 14) und servieren kein Essen sondern "frischen Fleischgeruch" (S. 70, Z. 20), ... . Ein Mann, der in einem leicht überfüllten Tagungsraum steht, wird deshalb als "Alphatier" (S. 73, Z. 25) bezeichnet. Hätte Herr Ginsburg ihm einen Platz angeboten, hätte er erfahren, dass der Mann wegen Rückenschmerzen sich nicht setzen konnte. Bei all diesen Beleidigungen ist es auch nicht mehr verwunderlich, dass laut Herrn Ginsburg Menschen, die durch Suizid, Kriege oder Arbeitsunfälle sterben, vom "System profitieren" (S. 53, Z. 32).

Das Buch von Herrn Ginsburg ist offensichtlich kein Sachbuch sondern eine skurrile, ja sogar zynische Fiktion. Leider hat das Herrn Henrik Merker nicht daran gehindert in seinem Artikel mit dem Titel "Wie rechte Männerbünde Europa bedrohen" (erschienen am 6. November 2021 bei Zeit Online) diese Thesen zu wiederholen und sogar zu einer Verschwörungstheorie auszuweiten. Die von Herrn Ginsburg verzerrt beschriebene "traurige Jenaer Jugendherberge" wird bei Herrn Merker zu einer "Bierzeltwelt aus Hass" übersteigert. Durch die Unterüberschrift in dem Artikel wird suggeriert, dass die FDP oder die Liberalen Männer Teil eines europäischen Netzwerks von "Frauenfeinden, Fundamentalisten und Rechtsextremen" wären. Der Artikel suggeriert weiter, dass die Liberalen Männer zusammen mit Burschenschaften und polnischen Gruppen ein rechtsextremes Netzwerk von Frauenfeinden bilden würden. Dies ist nicht nur eine skurrile Fiktion, sondern eine falsche Verschwörungstheorie. Richtig ist stattdessen: Die Liberalen Männer sind, anders als dargestellt, nicht frauenfeindlich. Es gibt auch weibliche Mitglieder und viele mit uns sympathisierende Frauen, die wie wir der Auffassung sind, dass Gleichberechtigung sowohl für Frauen als auch für Männer gelten sollte. Die Liberalen Männer fordern, anders als dargestellt, gleiche Rechte für Frauen und Männer. Die Liberalen Männer haben keine Kontakte oder besondere Gemeinsamkeiten mit Burschenschaften oder polnischen Gruppierungen. Die Liberalen Männer sind nicht, wie behauptet, radikal. Diesbezügliche Aussagen des Artikels sind falsch.

Leider sind die Beleidigungen, Diffamierungen und Falschaussagen von Herrn Ginsburg und Herrn Merker kein Einzelfall. Ähnliche skurrile Berichterstattungen finden sich auch anderswo. Zum Beispiel veröffentlichte Frau Barbara Schmidt-Mattern einen Artikel mit dem Titel "Feminismus als Feindbild / Wie Frauen in rechten Ideologien zum Hassobjekt werden" (erschienen am 27. August 2020 im Deutschlandfunk). Dabei werden die Liberalen Männer in Zusammenhang mit Mördern diskutiert. Richtig ist stattdessen: Diesen Zusammenhang gibt es nicht! Auch wird in dem Artikel behauptet, dass die amerikanischen Komödienserien "The Big Bang Theory" und "Friends" die Urheber einer amerikanischen Männerrechtsbewegung wären. Konkrete Belege für diese sehr skurrile These (Verschwörungstheorie) werden nicht angegeben. In ähnlicher Weise agierte Herr Sebastian Leber in dem Artikel mit dem Titel "Wenn fragile Männlichkeit gefährlich wird" (erschienen am 13. August 2020 in Der Tagesspiegel). Auch bei diesem Artikel werden die Liberalen Männer (und andere Menschenrechtsgruppen) zusammen mit Mördern und rechtsextremen Gruppen diskutiert. Damit wird ein Zusammenhang suggeriert, der nicht existiert. Und dann gibt es da noch die Darstellungen, die wohl nur das Attribut skurril (ohne Berichterstattung) verdienen wie ein Liedversuch der "Trash-Punk"-Gruppe "Bakterie" (erschienen im Juli 2021 auf Youtube). Darin wird der Name "Liberale Männer" zusammen mit viel Lärm ("Trash") mehrfach wiederholt ausgeschrien.

All diese skurrilen Berichterstattungen befolgen ein relativ einfaches Prinzip: Die Liberalen Männer (oder andere Männer- und Menschenrechtsgruppen) werden zusammen mit negativen Begriffen (z.B. Beleidigungen) oder tatsächlich oder vermeintlich gefährlichen Gruppen oder Personen (z.B. Mörder) dargestellt obwohl dieser Zusammenhang nicht besteht. Dabei werden manchmal Falschbehauptungen mit Teilwahrheiten kombiniert. Manchmal wird die Verbindung auch nur durch die gemeinsame Berichterstattung suggeriert. Ziel aber ist es die Liberalen Männer und die Anliegen und Menschen, die wir vertreten, mit diesen Assoziationen zu diffamieren. Wir wünschen uns daher, dass diese skurrilen diffamierenden Berichterstattungen ein Ende finden und das Thema Geschlechtergerechtigkeit endlich sachlich diskutiert werden kann.

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